1000-Volt-Go
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1000-Volt-Go wurde von Ralf Gering im Sommer 1988 bei einem Besuch in Bonn erfunden und im gleichen Jahr in der „Deutschen Go-Zeitung (DGoZ)“ veröffentlicht (Heft 4, Seite 33). Der Erinder des Spiels studierte damals Geologie in Tübingen und war ein begeisterter Go-Spieler (2. Kyu). Das Spiel hieß ursprünglich Magnetgo. Der heutige Name stammt von dem Go-Meister Lothar Teikemeier (3. Dan), einem ehemaligen Redakteur der „DGoZ“, der das Spiel eigenmächtig umbenannte. In englischsprachigen Ländern heißt es Electric Go (dt.: „elektrisches Go“).
Das erste Turnier fand 1997 am Rande des „US Go Congress“ in Lancaster (USA) statt. Ein weiteres Turnier gab es im Jahr 2000 beim „Hitachi European Go Congress 2000“ in Berlin-Strausberg, das von dem Deutschen Michael Marz (2. Dan) gewonnen wurde. Zweiter wurde der Däne Torben Pedersen (3. Dan). Außerdem war das Spiel neben „Rund-Go“, „Keima-Go“, „Ninuki Renju“, „9x9-Go“ und „13x13-Go“, offizielle Disziplin des „Vielseitigkeitsturnier Hannover“, das jedes Jahr von 2000-2006 stattfand. Es wurde 2002 von dem Hamburger Go-Meister Reinhard Spode (2. Dan) gewonnen. Seit 2006 wird 1000-Volt-Go aber auf dem Vielseitigkeitsturnier in Leipzig gespielt.
Im Jahr 2001 wurde 1000-Volt-Go in einem Go-Kurs auf der Sommerakademie des „Hessischen Landesinstituts für Pädagogik (HeLP)“ behandelt, an dem 14 besonders begabte 9- bis 13-jährige Kinder teilnahmen.
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Zitat
„Diese Variante kann einen vergnüglichen Aperitif zu[m] ‚normalen’ Go bilden. (...). 1000-Volt-Go bietet Raum für außergewöhnliche Kombinationen, wie sich jeder selbst leicht überzeugen kann.“
Lothar Teikemeier (1988)
Spielregeln
Die Regeln des Spiels weichen vom japanischen Go wie folgt ab:
- Ein Zug besteht aus bis zu drei Abschnitten: Zunächst wird wie im Go gesetzt, dann werden Steine verschoben und schließlich die geschlagenen Steine vom Brett genommen.
- Nach dem Setzen werden alle Steine, die waagerecht oder senkrecht dem gesetzten Stein am nächsten stehen, „angezogen“, sofern sie gegnerische Steine sind, oder „abgestoßen“, wenn sie eigene sind. Es wird nur ein Stein von jeder Richtung bewegt, also insgesamt maximal vier. Die Steine müssen so weit wie möglich verschoben werden. Angezogene Steine sind danach immer dem gesetzten Stein unmittelbar benachbart.
- Nach dem Verschieben werden zunächst alle gegnerischen Steine, die keine Freiheit besitzen, dann alle eigenen Steine die danach noch immer keine Freiheiten haben, vom Brett genommen.
- Ursprünglich wurde das Spiel auf einem 19x19=361 Schnittpunkte großem Brett gespielt. Heute werden oft kleinere Bretter genommen, z.B. 9x9.
- Die Partien werden auf altchinesische Weise ausgezählt, d.h. eigene Steine und von eigenen Steinen umgebene, freie Schnittpunkte gelten als „Gebiet“.
Quellen
- Teikemeier, L.: 1000-Volt-Go - eine elektrisierende Go-Variante. In: Deutsche Go-Zeitung (DGoZ) 1988; Heft 4, 33.
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