Albrecht Becker
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Albrecht Becker (* 14. November 1906 in Thale; † 22. April 2002 in Hamburg; gebürtig Walter Albrecht Becker) war ein deutscher Szenenbildner.
Der Sohn des Bäckermeisters Otto August Becker und seiner Ehefrau Charlotte, geborene Grosse, besuchte 1913 bis 1921 die Schule und nahm 1921 bis 1924 eine kaufmännische Lehre in Quedlinburg, danach war er zweieinhalb Jahre am Technikum für Textil in Reutlingen tätig.
Im Herbst 1924 zog er nach Würzburg, wo er eine Dauerstellung als Schaufensterdekorateur in dem Modewarengeschäft „Rom und Wagner“ fand. 1926 besuchte er die Dekorationsschule in München. Anfang 1935 wurde er in Würzburg mit seinem älteren Freund, einem Museumsdirektor, wegen Homosexualität verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die er in Nürnberg verbüßte. 1940 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und fungierte seit Anfang 1941 als Funker an der Ostfront. Im Sommer 1942 wurde er am Arm verwundet. 1943 fing er an, sich zu tätowieren. Das tat er dann über 40 Jahre lang.
Während eines Genesungsurlaubs lernte er 1944 den angehenden Filmarchitekten Herbert Kirchhoff kennen, mit dem ihn fortan eine enge Freundschaft verband. Nach dem Krieg arbeitete Becker zunächst als Dolmetscher, dann als Zeichner. Als er im Frühjahr 1947 erfuhr, dass Kirchhoff im Filmgeschäft Fuß fassen konnte, wurde er dessen Assistent.
Ab 1951 arbeitete Becker als gleichberechtigter Partner Kirchhoffs an zahlreichen Filmen mit, bevorzugt für die Real-Film und für Inszenierungen von Helmut Käutner. Zweimal eroberten sie als Anerkennung für ihre Leistungen einen Bundesfilmpreis. Erst ab 1960 war Becker zunehmend ohne Beteiligung Kirchhoffs tätig, meist für den NDR. Von den Spielfilmen abgesehen stattete er noch viele Industriefilme und Lehrfilme aus.
Nach dem Ende seiner aktiven Zeit als Filmarchitekt bildete er ab Mitte der achtziger Jahre im Studio Hamburg afrikanische Filmausstatter aus. Nach dem Tod seines Partners Kirchhoff 1988 vermachte er dessen Nachlass zusammen mit eigenem Material der Deutschen Kinemathek sowie dem Deutschen Filmmuseum.
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Sadomasochismus
Rosa von Praunheim veröffentlichte 2005, für seine Serie "schwule Zeitzeugen der Nazizeit", den Film "Liebe und Leid - Alfred Becker", das Interview, das er 1997 mit dem vitalen 90-Jährigen führte, der immer noch durch sein jungenhaftes Lächeln bestach.
Becker erzählte darin freimütig von seinen masochistischen Erfahrungen und zog sich aus. Er liebte Brustwarzenfolter, Dildospiele und durchstach über einen Zeitraum von zwei Jahren seine Eichel. Da er er seine Hoden als zu klein empfand, spritzte er sich Paraffin in den Hodensack, das aber zu seinem Penisansatz hinwanderte, so dass sein Penis von 18 cm Länge auf nur noch 6 cm schrumpfte.
Die Idee zu seinen Tätowierungen scheint ihm aus ethnographischer Literatur gekommen zu sein, da er in dem Interview mit Rosa von Praunheim immer wieder auf entsprechende Praktiken der Polynesier bzw von Völkern auf Borneo verwies. Sich zu tätowieren, hatte für ihn sexuellen Charakter und war von Erektionen begleitet. Nach jeder Tätowierung masturbierte er.
Sein exhibitionistischer Wesenszug ist durch zahlreiche Fotografien, auch Acts, belegt, die ersten im Alter von 17 Jahren von 1924. Viele werden heute im Schwulen Museum in Berlin gezeigt bzw. zu Verkauf angeboten.
Seinen ersten Freund, mit dem er 10 Jahre zusammem lebte, fand er im Alter von 18 Jahren. Der Gefängnisaufenthalt wurde von ihm im Interview durchaus positiv bewertet, da er seinen masochistischen Neigungen entsprach.
Auszeichnungen
- 1957: Filmband in Gold (Beste Architektur) für Der Hauptmann von Köpenick
- 1961: Filmband in Gold (Beste Architektur) für Das Glas Wasser
Filmografie
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Weblinks
- Albrecht Becker in der Internet Movie Database
- Becker le marqué, Quasimodo
- Beckers Portrait von Hervé Joseph Lebrun
- Fotografien von Albrecht Becker
- Rosa von Praunheim über Becker
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Albrecht Becker" http://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Becker, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

