Atari (Go-Spiel)
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Atari (jap. 当たり; von "ataeru": umgeben) bezeichnet im japanischen Brettspiel Go die Stellung, in der Steine geschlagen werden können.
Im Go ist eine Gruppe mit (nur noch) genau einer Freiheit im Atari. Im Bild auf der rechten Seite, sind alle schwarzen Gruppen im Atari, jedoch keine einzige weiße. Die durch Kreise markierten Punkte sind jeweils die letzten Freiheiten der Gruppen. Wie das Feld C4 zeigt, ist es durchaus möglich, dass sich mehrere Gruppen eine gemeinsame letzte Freiheit teilen.
Eine Gruppe ohne Freiheit kann nach den Regeln des Spiels nicht auf dem Brett existieren. Wird also ein Stein gesetzt, der einer oder mehreren gegnerischen Gruppen die letzte Freiheit nimmt, muss damit automatisch diese Gruppe vom Brett genommen werden. Folglich ist es in den meisten Go-Varianten (auch in der japanischen, welche die verbreitetste ist) auch verboten einen Stein zu setzen, dessen Gruppe nach dem Setzen keine Freiheit mehr hätte. In den Varianten, in denen der Zug erlaubt ist (da nennt sich der Zug Selbstmord), muss danach der Stein und die restlichen der Gruppe vom Brett genommen werden. Die Steine zählen als Gefangene des Gegners.
Ein Sonderfall tritt jedoch ein, wenn der gesetzt Stein nicht nur die letzte Freiheit der eigenen Gruppe sondern auch die mindestens einer gegnerischen nimmt. In diesem Spezialfall darf der Stein gesetzt werden und die gegnerischen Steine werden gefangen. Damit hat die eigene Gruppe auch wieder mindestens eine Freiheit und kann existieren (es werden also nicht etwa beide Gruppen vom Brett genommen). Eine Ausnahme ist die Ko-Regel.
Gerettet werden kann sie eine Stellung, wenn ein Zug die Anzahl der Leben erhöht. Eine Gruppe, bei der es keinen solchen Zug oder Zugfolge gibt, sie also bei jedem Zug wieder im Atari steht, heißt Oi-otoshi „todgeweiht“.
Atari-Stellungen sind insofern im Spiel von großer Bedeutung, als der „Todesstoß“ meist nicht sofort ausgeführt wird, weil die Vorhand im Go von so zentraler Bedeutung ist, dieser im lokalen Gefecht letzte Zug also ein in der Gesamtlage „verlorener“ Zug ist, der dem Gegner Vorteile bringt. Die Gruppen im Atari bleiben daher des öfteren im Spielverlauf als „so gut wie tot“ stehen, und können dann unter Umständen später wieder ins Geschehen eingreifen, etwa wenn eine der sie einschließenden Gruppen selbst ins Atari gerät.
Dieser seltsame Zwiespalt des aufgeschobenen Schlagens macht eine der zentralen taktischen und strategischen Aspekte des Go-Spiels aus: Ob eine Gruppe den Atari überlebt, zeigt sich oft erst in den letzten Phasen des Spiels. Am sich füllenden Spielbrett bilden die jeweils im Atari stehenden Gruppen der Gegner (jap. Tsumego „Leben-und-Tod-Probleme“) ein „Gleichgewicht des Schreckens“, das das Spiel gegen Ende hin immer komplexer werden lässt.
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Atari (Go)" http://de.wikipedia.org/wiki/Atari_%28Go%29, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

