Berent
From Wikinfo
| Berent |
| Staat: Polen (deutsch bis 1920) |
| Region: Westpreußen |
| Einwohner: 23.116 (30. Juni 2005) |
| Wappen: |
Berent (poln. Kościerzyna) ist eine Kreisstadt in Kaschubien im früheren Westpreußen. Sie liegt heute im nördlichen Polen in der Woiwodschaft Pommern.
Contents |
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1284. Das Stadtrecht wurde 1398 nach Kulmer Recht verliehen und es siedelten sich die ersten Deutschen in der Stadt an. Mitte des 15. Jahrhunderts gab es in der Stadt etwa 300 Häuser. Die Einwohner lebten zum größten Teil von der Landwirtschaft, aber auch vom Handwerk und der Bierbrauerei.
Von 1466 bis 1772 gehörte Berent als Teil Polnisch-Preußens zu Polen.
1772, während der Ersten Teilung Polens, fiel die Stadt an Preußen. 1818 wurde die Stadt Sitz eines Landkreises. Die Stellung als Kreisstadt brachte dem Ort eine Belebung des Handels und des Handwerks. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde eine befestigte Straße nach Danzig gebaut, was für den Handel ebenfalls bedeutend war. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Stadt im Januar 1920 an Polen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt am 2. September 1939 von Deutschland zurückerobert.
Am 8. März 1945 endete der Zweite Weltkrieg für die Stadt. Nur knapp 8.000 Menschen lebten noch in dem Ort, die meisten deutschen Einwohner waren geflohen oder ermordet worden (vor dem Krieg immerhin etwa 42% der Bevölkerung). Bei einer Verwaltungsreform 1975 verlor die Stadt ihren Sitz als Landkreis, erhielt ihn aber 1999 wieder.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohnerzahl | 10.900 | 15.100 | 18.664 | 22.663 | 23.722 |
Verkehr
Berent ist der Knotenpunkt der Bahnstrecken Danzig–Berent, Berent–Bromberg und Berent–Bütow.
Im ehemaligen Bahnbetriebswerk ist ein Eisenbahnmuseum eingerichtet. Dort ist neben verschiedenen deutschen und polnischen Lokomotiven auch ein ehemals in Danzig eingesetzter Berliner S-Bahn-Wagen zu sehen.
Partnerstädte
- Cölbe (Deutschland)
- Sanary-sur-Mer (Frankreich)
Söhne und Töchter der Stadt
- Arthur Johnson Hobrecht, (1872–1878) Berliner Oberbürgermeister
- Gustav Felix Flatow, 1875–1945) Olympiasieger im Geräteturnen
- Aleksander Majkowski (1876–1938) kaschubischer Autor
- Henryk (Heinrich) Muszyński, Erzbischof von Gnesen
- Janusz Reiter, (* 1952), ehemaliger polnischer Botschafter in Deutschland
Orte
Die Landgemeinde Berent besteht heute aus folgenden Ortschaften:
- Bebernitz
- Beek
- Berentshütte
- Charlottenthal (1942-45 Charlottental)
- Czarlinen
- Debrino
- Dobrogosch (1942-45 Wohlgemut)
- Eichenberg
- Fingershütte
- Funkelkau
- Gartschin (1942-45 Hasseldorf)
- Golluhn
- Goscheritz
- Gostomie (1942-45 Gostendorf)
- Groß Klinsch
- Grzibau (1942-45 Grübau)
- Juschken (1942-45 Sorgenfelde)
- Klein Bendomin
- Klein Klinsch
- Klein Poldersee
- Klobschin (1942-45 Burchardsdorf)
- Kornen
- Kruschin
- Kullamühle
- Lissaken (1942-45 Moorbruch)
- Lorenz
- Lubianen (1942-45 Kieseldorf)
- Ludwigslust
- Ludwigsthal (1942-45 Ludwigstal)
- Neuhöfel
- Neu Kischau
- Neu Klinsch
- Neukrug
- Neu Poldersee
- Niedamowo (1942-45 Niedamsaue)
- Oberhölle
- Owsnitz (1942-45 Haberfeld)
- Paulinenhof
- Poldersee
- Putz
- Putzhütte
- Ribaken (1942-45 Fischershütte)
- Rottenberg
- Sanddorf
- Sarnowen (1942-45 Rehtränke)
- Schludron
- Schönheide
- Sietzenhütte
- Skorschewo (1942-45 Schörendorf)
- Stawisken (1942-45 Teichdorf)
- Stawiskenmühle
- Theerofen (1942-45 Kahlberg)
- Wawrzynowo
- Wentfie (1942-45 Wendfelden)
- Wierschisken
- Wygoda
- Zabroddi
- Zelenin (1942-45 Althütte)
- Zinsgau
Weblink
- Offizielle Website (Polnisch, Englisch)
- Web-Seite Eisenbahnmuseum
Herkunft des Artikels
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Kościerzyna" http://de.wikipedia.org/wiki/Berent, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

