Bergen (Belgien)
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Bergen ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Hennegau. Die Stadt ist seit dem 31. März 1967 Sitz des Militärischen Hauptquartiers der NATO, SHAPE.
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Allgemeines
Bergen entstand auf einem der fünf Hügel in der Senke des Flusses Henne.
Sie hat 91.083 Einwohner (Januar 2005) und bedeckt eine Fläche von 146,56 km².
Die Stadt ist Geburtsort des Komponisten Orlando di Lasso, dem 1853 ein Denkmal (von Frison) errichtet wurde.
Geschichte
Archäologische Ausgrabungen in den nahegelegenen Feuersteinbrüchen von Spiennes, die auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO stehen, haben ergeben, dass Bergen schon während des Neolithikums und in der Eisenzeit bewohnt wurde.
Bergen verdankt seinen Ursprung einem Castrum, welches von Caesar im Kriege gegen die Gallier hier angelegt ward (an der Stelle des jetzigen Belfrieds). In römischer Zeit war Bergen ein militärisches Lager neben der Straße von Bavay nach Utrecht.
Wie viele andere europäischen Städte entstand das heutige Bergen rund um ein Kloster das im frühen Mittelalter gegründet worden war und wurde zu einem ansehnlichen Ort. Da eine solche Siedlung vor Angriffen kaum geschützt war, ließ der Graf von Hennegau eine Burg auf der Spitze eines Hügels erbauen. Im 12. Jahrhundert wurde ein 1 km langer Verteidigungswall errichtet. Die Stadt wuchs und der Ort begann sich den Hügel hinunter auszubreiten und eine neue größere Stadtmauer wurde erbaut.
Im niederländischen Befreiungskrieg wurde es 1572 vom Prinzen Ludwig von Nassau genommen, aber noch in demselben Jahr von den Spaniern wiedererobert und sowohl gegen Coligny als gegen den Prinzen von Oranien behauptet. Nachdem es später (1677) vom französischen Marschall Humières schon einmal blockiert worden, wurde es am 8. April 1691 mittels Verrats dem französischen General Vauban in die Hände gespielt, aber im Frieden von Rijswijk 1697 an Spanien zurückgegeben. Im spanischen Erbfolgekrieg geriet Bergen abermals in die Hände der Franzosen, ergab sich aber 1709 an die Alliierten und wurde nach dem Frieden von Utrecht 1713 als einer der Barriereplätze von den Holländern besetzt. Nochmals wurde die Stadt am 10. Juli 1746 von den Franzosen unter Conti eingenommen, doch kam sie bald darauf wieder an Österreich zurück. Endlich fiel sie 1792 nach der Schlacht bei dem heutigen Bergener Stadtteil Jemappes in die Gewalt der Republik Frankreich. Die damals geschleiften Festungswerke wurden 1818 wiederhergestellt und verstärkt, später jedoch abermals abgetragen.
Während der unterschiedlichen fremden Besetzungen (Burgund, Spanien, Österreich, Frankreich, Holland) wurden die militärische Anlagen verstärkt und modernisiert. Mit der Zeit verschob sich die Stadtgrenze immer mehr, neue Vororte entstanden und 18 benachbarte Dörfer wurden in das heutige Stadtgebiet aufgenommen.
Im Jahr 1887 zählte Bergen 25.421 Einwohner, welche sich mit Zucker-, Seifen-, Tabaks-, Spitzen-, Fayence- und Tonpfeifenfabrikation, Woll- und Baumwollspinnerei, Brauerei, Eisengießerei und besonders Steinkohlenbergbau (von den 156 Gruben der Umgegend befanden sich ca. 80 in Betrieb) beschäftigten.
Im Jahr 1914 fand bei Bergen die erste Schlacht der britischen Armee im Ersten Weltkrieg statt. Die Stadt wurde von den Deutschen besetzt und erst 1918 von kanadischen Truppen zurückerobert.
Sehenswürdigkeiten
- Waltrudiskirche (Collégiale Sainte-Waudru, erbaut 1460–1589), gotisch, mit Arbeiten des Bildhauers Jacques du Broeucq und dem Goldenen Wagen (Car d'Or, 1781), der in alljährlicher Prozession Procession de la Trinité die Reliquien der heiligen Waltraud trägt und mit einem Pferdegespann durch Bergen gezogen wird.
- Belfried (Le Beffroi, erbaut 1661–1672 im Stil des Barock), das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde 2000 von der UNESCO zusammen mit anderen Belfrieden von Wallonien und Flandern zum Weltkulturerbe erklärt.
- Spätgotisches Rathaus (erbaut 1440–1443)
- Museum der schönen Künste (Musee des Beaux-Arts)
- Musée François Duesberg: Pendeluhren
- Musée de la vie montoise: Volkskunde
- Musée du Centenaire: Keramiken, Münzen, archäologische Sammlung
- Naturhistorisches Museum
- Im nahegelegenen, 1971 eingemeindeten Dorf Cuesmes: das Vincent-van-Gogh-Haus.
Folklore
- Ducasse de Mons, im Volksmund Doudou, alljährliches Fest am Sonntag nach Pfingsten, besteht aus der Prozession Procession de la Trinité und dem Prozessionsspiel Lumeçon, der den Kampf des heiligen Georg mit dem Drachen zeigt. Das Prozessionsspiel wurde zusammen mit ähnlichen Spielen in Belgien und Frankreich 2005 von der UNESCO in die Liste 'Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit' aufgenommen.
Persönlichkeiten
- Waltraud von Bergen (Anfang 7. Jahrhundert-668), Gräfin und Äbtissin
- Orlando di Lasso (1530 - 1594), Komponist
- Charles Plisnier (1896 - 1952), Dichter, Essayist und Romancier
- Jan Provost (1465 - 1529), Maler, Vertreter der altniederländischen Malerei
- Jacques du Broeucq (1505 - 1584), Bildhauer
- Marcel G. Lefrancq (1916 - 1974), surrealistischer Photograph
- Salvatore Adamo (1947 - ) Sänger, Komponist, Schriftsteller
Vermischtes
- Victor Hugo sagte 1837 über den Belfried von Bergen: "Man stelle sich eine riesige Kaffekanne vor, umgeben von vier kleineren Teekannen. Er wäre häßlich, wenn er nicht so groß wäre."
- Das Streicheln des kleinen Bronze-Äffchens vor dem Rathaus soll Glück bringen.
- Im Gefängnis von Bergen saß Paul Verlaine für zwei Jahre ein, nachdem er 1873 auf seinen Liebhaber, Arthur Rimbaud geschossen hatte.
- Während der Schlacht von Bergen 1914 sollen die "Engel von Bergen" britische Soldaten beschützt haben.
- Beim Bau der Waltrudiskirche wurde einst der größte Kirchturm der Welt geplant (190 m), allerdings wurde der Turmbau nie begonnen.
Galerie
Literatur
- Eisenschmid, R.
- Belgien. Verlag Karl Baedeker Ostfildern, 3. Auflage 1998, 363-367 ISBN 3-87504-417-7
Weblinks
- Heimatseite von Bergen
- "Ducasse de Mons"
- Virtuelle Stadtrundfahrt durch Bergen
- eine wissenschaftliche Abhandlung über den sozio-historischen Hintergrund der Engel von Bergen
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Mons" http://de.wikipedia.org/wiki/Mons, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

