Ehrenburg (Brodenbach)

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Die Ehrenburg von Osten (1999)
Die Ehrenburg von Osten (1999)

Die Ehrenburg ist eine Burgruine in der Nähe von Brodenbach mit einer recht wechselvollen Geschichte. Sie wurde auf einem Felssporn im Ehrbachtal, einem Seitental der Mosel erbaut und ist heute ein Kulturdenkmal mit einer Vielzahl an Veranstaltungen.

Contents

Geschichte

Historische Ansicht der Ehrenburg, ca. 1890-1900
Historische Ansicht der Ehrenburg, ca. 1890-1900

Die Erbauung der ältesten Teile der Ehrenburg wird nach neuesten Erkenntnissen um 1150 datiert. Friedrich I. Barbarossa schlichtet 1161 einen Streit um die Lehenshoheit der Burg. Kontrahenten sind Hillin, Erzbischof von Trier und der Bruder des Kaisers, Pfalzgraf Konrad von Hohenstaufen.

1331 schließen sich die Häuser Waldeck, Schöneck, Eltz und Ehrenberg zur "Eltzer Fehde" gegen den Erzbischof Balduin von Trier zusammen. Vier Jahre später verpflichten sich die Streiter in der "Eltzer Sühne" zum Frieden; der Lehensbrief Barbarossas wird erneuert.

1397 steht der letzte Ehrenberger mit den Bürgern von Koblenz in Fehde und zerstört dort mehr als 200 Häuser. Ein Jahr später geht die Ehrenburg in Erbfolge an Johann von Schönberg. Im Jahr 1426 an Kuno III. von Pyrmont, 1526 an Philipp von Eltz, 1561 an die Herren Quadt von Landskron und 1621 an das Haus von Hoensbroich. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges besetzen die Spanier 1640 bis 1651 die Burg. 1668 geht die Ehrenburg in den Besitz des Freiherrn von Clodt über.

Am 1. November 1688 besetzen französische Soldaten unter Ludwig XIV. im Laufe des Pfälzischen Erbfolgekriegs die Burg und sprengen ein Jahr später am 30. April 1689 Teile der Burganlage; die Kapelle bleibt gänzlich verschont und wird erst im nächsten Jahrhundert aufgegeben.

1798 geht die Burg in den Besitz des Freiherrn vom Stein über, 1831 geht sie an das Haus von Kielmannsegge und 1867 in den Besitz des Grafen von Kanitz. Seit 1991 ist die Ehrenburg in Privatbesitz und wird seit 1992 durch den gemeinnützigen Freundeskreis der Ehrenburg e.V. aus privaten Mitteln erhalten und wiederaufgebaut.

Anlage

Pfortenturm

Die Brücke, die sich über einen künstlich angelegten Graben spannt, führt durch den noch zur Hälfte stehenden, zweigeschossigen Pfortenturm in die Vorburg. Der „Halsgraben“ trennt den Felssporn, der die Burg trägt, vom Hauptfelsmassiv und schützt den Torturm, der ins Innere der Burg führt.

Burghof

Die angrenzenden Gebäude an der Nordseite des Burghofes hießen „Egilshaus“ und „Eymutshaus“. Sie wurden im 14. Jahrhundert im Verlauf einer Fehde mit den Koblenzern zerstört. Das Backhaus, die Burgtöpferei und eine kleine Schmiede grenzen heutzutage an den Burghof, ebenso wie der „Rittersaal“ im ehemaligen Marstall der Burg.

Zwinger und Bresche

Im unteren Zwinger öffnet sich eine große Bresche in der Ringmauer. Dieser „Burgbering“ umgibt die Burg in einer Gesamtlänge von über 300 Meter. Im Zwinger standen früher Wirtschaftgebäude, Werkstätten und Stallungen, die im Pfälzischen Erbfolgekrieg der Sprengung zum Opfer fielen. In der Bresche befindet sich derzeit ein „Belagerungs-Szenario“ mit Rammen, Kranen und einem großen Belagerungsturm. Diese Bauten wurden 2004 von Mitgliedern des Freundeskreis der Ehrenburg e.V. erstellt und gestaltet.

Vogtei

Dieser Bereich wird von den Besitzern der Burg privat genutzt. Die noch erhaltenen Grundmauern der ursprünglichen Gebäude wurden in den letzten Jahren ergänzt.

Bastionsturm: Rampe, Brustwehr, Kasematte und Plateau

Der zu Beginn des 16. Jh. erbaute Bastions- oder Rampenturm ist mit seinen bis zu viereinhalb Meter dicken Mauern ein einzigartiges Festungsbauwerk der Renaissance. Spiralförmig windet sich in seinem Inneren die Rampe zum Turm-Plateau hinauf. An den Schießscharten standen früher die Kanonen zur Verteidigung der Burg. Im Kern des Turmes befindet sich ein großer Kaminschacht. Spezielle Öffnungen sorgten dafür, dass der gewaltige Pulverqualm der Geschütze abziehen konnte. Eine Brustwehr in der oberen Windung war als weitere Sicherung eingebaut: Wer über die Rampe hinaufwollte, musste unter den bereitstehenden Wachsoldaten hindurch.

Palas und Gewölbe

Der Palas war das Wohn- und Repräsentationsgebäude der Ritter von Ehrenberg. Dieser älteste Bereich der Burg wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Später entstanden eine zweigeschossige Burgkapelle, der Bergfried und weitere Räumlichkeiten. Unter dem Palas liegen die Gewölbe der Oberburg auf zwei Ebenen. Diese Gewölbe, die teilweise in den Fels geschlagen wurde, dienten als Lagerraum und Weinkeller.

Bergfried

Achtzehn Meter ragt der im 13. Jhdt. erbaute zweitürmige Bergfried über das Plateau der Ehrenburg. Die Wachstuben mit eigenen Feuerstellen und Rauchabzug im Innern des Turmes weisen auf die ehemalige Nutzung hin: Hier hielten die Türmer Ausschau in alle Richtungen. Im südlichen Turm befand sich ein Verlies, das nur durch ein „Angstloch“ in der Wächterkammer zugänglich war. Dieser Doppelturm war die letzte Zuflucht der Ehrenberger bei vorrückenden Feinden.

Marstall

In dem ehemaligen Marstall wurden in der Ritterzeit die Pferde untergebracht. Heute befindet sich dort das kleine Burghotel und der Festsaal der Ehrenburg. An den Marstall Richtung Süd-Ost gesiedelt, befindet sich die Wächterstube.

Wanderweg

Unterhalb der Ehrenburg im Ehrbachtal führt eine ca. 16 km lange Wanderstrecke von Brodenbach nach Emmelshausen. „Der Schwierigkeitgrad ist gering, die Durchquerung der Ehrbachklamm erfordert kurzzeitig einige anspruchslose Kletterkünste.“

Literatur

Hirschfeld, B.
Die Ehrenburg auf dem Hunsrück. In: Koblenzer Heimatblätter. 17-20/9/1931, Koblenz (Deutschland) 1931.
Schellack, G. & Wagner, W.
Burgen und Schlösser im Hunsrück. Rheinische Kunststätten, 1979 (Heft 37, 4. Auflage)), 17-18, ISBN 3-88094-271-4

Weblinks


Herkunft

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