Eupen
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Eupen ist der Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien. Die Stadt liegt 16 km von Aachen und 45 km von Lüttich und Maastricht entfernt. Eupen hat 18.248 Einwohner (Januar 2006), die zu etwa 90 % deutschsprachig sind, und bedeckt eine Fläche von 103,74 km².
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Geschichte
Der Ort Eupen und die Nikolauskapelle im Herzogtum Limburg wurden 1213 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Durch die Schlacht von Worringen fiel das Herzogtum Limburg unter Johann I. 1288 an Brabant. 1387 gingen Brabant und Limburg an das Haus Burgund. Im Krieg gegen Geldern wurde Eupen niedergebrannt.
1445 gab es in Eupen 156 Haushalte ("Feuerstätten"), in Nispert 25, und Stockem 16. 1477 kam Eupen mit Brabant und Limburg an die österreichischen Habsburger. 1544 verlieh Kaiser Karl V. dem Ort das Recht, zwei freie Jahrmärkte abzuhalten. 1554 wurde Eupen wegen seines Handels mit Tuchen und Nägeln bekannt. 1555 gelangte Eupen mit Brabant und Limburg an die spanischen Habsburger.
Von 1565 stammt die erste Erwähnung der protestantischen Bewegung in Eupen. 1582 wurde Eupen in der Nacht von niederländischen Söldnern zu 50 Prozent niedergebrannt. 1627 bestanden in Eupen 700 Haushalte und über 2000 erwachsene Gläubige. 1635 dezimierte eine Pestepidemie die Bevölkerung. 1648 wurde Eupen freie Herrschaft mit einem eigenem Gericht und erhielt 1674 durch Siegelverleihung Stadtrechte.
1680 wurde eine erste Feintuchmanufaktur in Eupen errichtet. Zum Beginn der Blütezeit erhielt Eupen 1688 das Recht, fünf freie Jahrmärkte abzuhalten. 1695 wurde Eupen zur eigenständigen Pfarre erhoben.
1713 fiel die Stadt nach dem Frieden von Utrecht mit Brabant und Limburg an die österreichischen Habsburger zurück. 1783 erfolgte die Einrichtung eines Kaufmannskollegiums, einer Art Handelskammer, und 1787 die Errichtung eines Gerichts erster Instanz.
1794 kam die Stadt unter französische Besatzung und gehörte zum Ourthe Département, Präfektur Lüttich, Unterpräfektur Malmünde. 1815 durch den Wiener Kongress wurde Eupen der Rheinprovinz des Königreiches Preußen zugeordnet, 1827 erschien die erste Zeitung in Eupen. 1864 wurde der Stadt Eupen ein Stadtwappen verliehen.
1872 wurde die St.-Josephs-Pfarre in der Unterstadt als zweite Eupener Pfarre errichtet. Durch den Vertrag von Versailles kam Eupen 1920 zu Belgien und war bis 1925 Teil des dem General Herman Baltia unterstellten General-Gouvernements Eupen-Malmünde.
Am 18. Mai 1940 wurde das Gebiet um Eupen dem Deutschen Reich angegliedert. Die Zurückeroberung erfolgte im September 1944 durch amerikanische Truppen.
Der 300. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte wurde 1974 gefeiert und 1975 begann die Städtepartnerschaft mit Temse.
1977 kam durch die Gemeindefusion die Gemeinde Kettenis zu Eupen. Die Verleihung eines neuen Wappens durch König Baudouin I. erfolgte 1983 und im selben Jahre wurde die Stadt Sitz der ersten Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.
Politik
Seit der Umwandlung Belgiens in einen Föderalstaat ist Eupen Parlaments- und Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) und somit politisches Zentrum der rund 73.000 Einwohner umfassenden deutschsprachigen Mehrheit in Ostbelgien.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- IKOB: Museum für zeitgenössische Kunst
- Städtisches Museum Gospertstrasse
Tourismus
Eupen liegt am Rande des Naturparks Hohes Venn-Eifel, ist im Osten und Süden von Wäldern und im Westen von weitläufigen heckenumsäumten Wiesenlandschaften umgeben.
Folklore
- Rheinischer Karneval, u. a. mit Rosenmontagszug.
Wirtschaft
- Kabelherstellung im Kabelwerk Eupen
- Kunststoffverarbeitende Betriebe
- Herstellung von Trockenfilzen für die Papierherstellung
- Schokoladenherstellung
- Präzisionsmechanische Betriebe
- Belgischer Rundfunk (BRF): Deutschsprachiger öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehsender.
- Ein ausgeprägtes Transportwesen durch eine zentrale Lage zu großen Wirtschaftszentren.
- Die Mehrsprachigkeit der Einwohner und die Nähe zu den Hochschulen RWTH Aachen, Fachhochschule Aachen, Universität Lüttich und Universität Maastricht sind Standortvorteile.
Bildung
Die Autonome Hochschule in der deutschsprachigen Gemeinschaft bildet Lehrkräfte für Primarschule, Kindergarten und Krankenpflege aus.
Verkehr
Der Bahnhof Eupen ist der östlichste Endpunkt der stündlichen InterCity-A-Züge der SNCB, welche Eupen - über die Wesertalstrecke, sowie die Hochgeschwindigkeitstrasse 2 - via Lüttich und Brüssel mit Ostende verbindet. Bei dieser Linie handelt es sich um die wichtigste innerbelgische Ost-West-Eisenbahnverbindung.
Ferner besteht Autobahnanschluss über die E 40 in Nähe der Industriegebiete.
Verkehrsgeschichte
Früher gab es mit der sogenannten Vennbahn Zugverbindungen nach Aachen, Stolberg und Luxemburg. Darüber hinaus bestand seit 1906 durch die Aachener Straßenbahn eine Straßenbahnverbindung, die 1920 von der SNCV übernommen wurde und bis nach Velwisch ausgebaut wurde. Nach 1945 wurde der Verkehr in Richtung Aachen zur Grenzhaltestelle Köpfchen nicht wieder aufgenommen. Die Strecke nach Verviers war noch bis 1954 in Betrieb.
Söhne und Töchter der Stadt
- Serge Brammertz (* 1962), UN-Sonderbeauftragter
- Rudolf Fettweis (1882–1956), Oberdirektor des Wasser- und Straßenbaus in Baden.
- Marie Hüllenkremer (1943–2004), Journalistin und Politikerin
- Alfred Holler (1888–1954), Kunstmaler
- Herbert Laschet Toussaint (* 1957), Lyriker und Herausgeber
- Carl de Nys, (1917–1996) Priester, Musikwissenschaftler und Kritiker
- Walter Ophey, (1882–1930) Kunstmaler, rheinischer Expressionist.
- Hans-Georg Reinertz, (* 1952), Kirchenmusiker und Flötist
- Jasmin Schwiers (* 1982), Schauspielerin
- Diane Siemons-Willems (* 1985), Schauspielerin
- Carl Bernhard Wilhelm Scheibler, (1827–1899) Chemiker
- Hubert Schoonbroodt, (1941–1992), Organist und Chorleiter
- Hubert Theophil Simar, (1835–1902) Erzbischof von Köln
- Henri Xhonneux, (1945–1995) Filmemacher
Literatur
- Viktor Gielen: Aus Eupens Vergangenheit. Heimatbuch der Stadt Eupen, Das Bild der Heimat Band 3, Raeren 1966
- August Tonnar, Wilhelm Evers, Wilhelm Altenburg: Wörterbuch der Eupener Sprache, Unveränd. Neudr. d. Ausg. von 1899, M. Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1970
- Eupen 1974. Ein Beitrag zum Stadtjubiläum, Grenz-Echo Verlag, Eupen 1974
Weblinks
Siehe auch
Im etwa 30 Kilometer entfernten Eschweiler in Deutschland gibt es einen Stadtteil mit dem Namen „Klein Eupen“: Klee Oepe.
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Eupen" http://de.wikipedia.org/wiki/Eupen, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

