Kurische Nehrung

From Wikinfo

Jump to: navigation, search

Siehe auch:

Artikel über die Kurische Nehrung in Englisch.


Blick aufs Haff

Die Kurische Nehrung ist ein 98 km langer Landstreifen (bzw. Halbinsel) in Ostpreußen zwischen Memel und Sarkau. Heute sind 52 km von Litauen und 46 km von Russland okkupiert. Der Name stammt aus der Ordenszeit und bezieht sich in dieser Epoche nur indirekt auf das Volk der Kuren, weil er auf den Weg nach Kurland und Livland hinweist, ebenso wie die Frische Nehrung (von Königsberg aus betrachtet) "Danziger Nehrung" genannt wurde. Sie trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Die Nehrung besteht ausschließlich aus Sand mit riesigen Wanderdünen, die in den vergangenen Jahrhunderten, nach der Abholzung in der frühen Neuzeit, immer wieder Ortschaften unter sich begruben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es dem Düneninspektor Wilhelm Franz Epha, die Dünen zu bepflanzen und zu stabilisieren. Die Große Düne bei Nidden, eine der größten Dünen Europas, wird auch die ostpreußische Sahara genannt.

Die breiteste Stelle der Nehrung mit 3,8 km befindet sich beim Bullwikschen Haken, vier Kilometer nordöstlich von Nidden. Die schmalste liegt bei der Siedlung Sarkau und ist 380 m breit.

Bei Memel befindet sich eine etwa 300 m breite Verbindung zwischen diesen Gewässern. Im Jahr 2000 wurde die Kurische Nehrung von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Kurische Nehrung wurde von Alters her vom Volksstamm der Kuren besiedelt, unterbrochen von rund zwei Jahrhunderten, in denen sie bis auf wenige Familien nach Norden abgewandert waren. Die Kurischen Nehrung ist Nationalpark. Im Mai 2006 verbrannten über 200 Hektar Kiefernwald im nördlichen Teil der Nehrung.

Landsat Foto

Contents

Orientierung auf der Nehrung

Die Kurische Nehrung wird fast in ganzer Länge von einer asphaltierten Straße (R 515) durchzogen. Die Kilometersteine dieser Straße helfen dabei, Orte zielsicher anzusteuern. Sie beginnt im Süden beim Nehrungsschild an der Zufahrtsstraße bei Cranz und führt bis zum alten Fähranleger im litauischen Norden der Nehrung. Auf russischer Seite zeigen die Steine stets die Kilometer ab dem Nehrungsschild an. Auf litauischer Seite steht links die Entfernung ab der russisch-litauischen Grenze, rechts die Entfernung zum Fähranleger.

Geologische und hydrogeologische Verhältnisse

Das kurische Haff ist auf der Grundlage der Baltischen Senke vorkambrischer tektonischer Struktur im kristallinen Fundament entstanden. Das Hafffundament befindet sich in 2000-2300 Meter Tiefe. Die Achse dieser Senke liegt ungefähr auf der Linie Riga - Königsberg. Den östlichen Teil der Baltischen Senke überquert eine Serie tektonischer Nahtverschiebungen in Richtung Südost-Nordwest: Linie Gumbinnen - Groß Skaisgirren/ Kreuzingen - Rossitten, Linie Labiau - Sarkau, Linie Lasdehnen/ Haselberg - Tilsit - Cranz und in Richtung Nordnordost-Südsüdwest, von der Minge abwärts).

In der Geschichte des kurischen Haffbeckens kann man folgende drei Hauptperioden der geologischen Entwicklung unterscheiden:

  • die Periode der Eisstauseen,
  • der Küstenseen und
  • des eigentlichen kurischen Haffes.

Nach dem Rückzug des letzten Inlandeises existierten auf dem Gebiet des Kurischen Haffes eine Zeit lang Eisstauseen. Darauf kam ein längeres Festlandsregime, das bis zur Ancyluszeit dauerte. In der Ancyluszeit gab es auf dem Haffterritorium einen oder mehrere Küstenseen, die sich in der zweiten Hälfte dieser Periode entwässerten. Während der Littorina-Zeit befanden sich im südlichen Teil des Haffterritoriums ein See und im jetzigen Nordteil eine Meeresbucht. Die Uferlinie dieser Bucht verlief von Nidden bis zum Windenburger Eck, von hier über Prökuls in Richtung Memel. Während der Regression des Littorinameeres bildete sich allmählich die Kurische Nehrung, die die ehemalige Bucht von der offenen Ostsee abgrenzte. Ein Teil dieser Bucht bildete später die haffnahe Niederterrasse. Der übrige Teil der Bucht vereinigte sich mit dem Strandsee im Süden und bildete auf diese Weise das jetzige Kurische Haff. Das könnte in der zweiten Hälfte des Littorina-Zeitalters erfolgt sein, also vor ungefähr 4000-4500 Jahren. Unter heutigen Bedingungen steht dem Kurischen Haff unabwendbar das Schicksal bevor, sich in eine Küstenniederung zu verwandeln.(Gudelis [21]) Weiters folgt die Beschreibung des kurischen Haffbeckens, seiner Bodengestaltung und der Bodenablagerungen. Das Bodenrelief des Haffes ist nicht sehr vielfältig und kontrastreich. Die größte Tiefe (5 Meter) liegt im Südteil des Beckens, sein Nordteil ist dagegen bedeutend seichter.

Die Verteilung der rezenten Bodenablagerungen hängt vom Relief und den Sedimentationsbedingungen ab. Die Haffablagerungen kann man in folgende Fazies gliedern:

  • Sand,
  • Schlamm (Schlick) und
  • Lehm.

In diesen Fazies wiederum kann man lithologisch - genetische Typen und in ihnen granulometrische Gruppen aussondern. Die größten Flächen im nördlichen und mittleren Haffteil bedeckt Sand, im südlichen Teil überwiegt Schlamm. Die Verbreitung des Lehms ist mit der ufernahen Zone verbunden (Windenburger Eck, Südküste des Haffes) Nach ihrer Entstehung sind die Sande glazialen, eolischen, alluvialen oder marinen Ursprungs. Das Sedimentgestein (zwei Kilometer dick) setzt sich im Haffgebiet aus paläozoischen und mesozoischen Formationen zusammen. Ein pleistozäner Komplex bildet hier einen 80-160 Meter dicken Belag. Die größte Mächtigkeit der pleistozänen Ablagerungen im Gebiet des Kurischen Haffs haben die Gletscher der letzten Vereisung hinterlassen. Die erste Entwicklungsetappe des kurischen Haffs in der Nacheiszeit ist mit dem Baltischen Eissee verbunden. Die Küste des Ioldiemeers war 10-15 Kilometer westwärts von der Kurischen Nehrung und am moränen Plateau, an der Siedlung Rossitten, und hat sich von der heutigen Küste um 30-35 Kilometer entfernt. Dank des großen Senkungstempos des südlichen und insbesondere des westlichen Haffteils am Anfang des frühen Holozän, das die glazioisostatische Hebung im alten Holozän abgelöst hatte, lenkte die Memel den Durchfluss in diesen Haffabschnitt. Am Strom bildete sich eine ausgedehnte Lagune, die während der Ancylus-Transgression mit Ästuarium des mittleren Durchflusses vereinigt wurde, und das Kurische Haff entstehen ließ. Als Schranken gegen das Meer dienten damals die Reste einer Moränenkette und das moräne Plateau an der Siedlung Rybatschi. Der nördliche Haffteil stellte damals eine Meeresbucht dar. Obwohl der maximale eustatische Wasserstand des Ancylussees ungefähr sieben bis zehn Meter betrug, hatte die tektonische Senkung im Memeldelta eine bedeutende örtliche Transgression hervorgerufen, und einen mächtigen Sand- und Schuttbelag hinterlassen. Nach der Ancylustransgression entstanden unter dem Einfluss des Ancylussees und später des Littorinameeres der ersten Stufe in den Untiefen des Haffs und im Delta Moore und Sümpfe. Im Haffgebiet wurden sie von der folgenden Transgression überflutet und entwickelten sich im Delta weiter. Der Grund ihrer Erhaltung und sogar das Vorkommen oligotropher Moore in der Zeit des eustatischen Litorinamaximums sind durch die erhöhte örtliche tektonische Hebung besonders in der zweiten Hälfte der Littorinazeit zu erklären. Die Neotektonik des mittleren Holozän unterschied sich durch große regionale Differenzierung. Das Senkungsgebiet hat sich auf die tektonische Linie Tilsit-Nidden verlagert. Die Halbinsel und besonders die Plateauinsel bei der Siedlung Rosssitten hoben sich. Die tektonische Hebung des Haffs eliminierte die eustatische, darum sind die Küstenbildungen der ersten und der letzten Littorina-Transgressionen fast übereinstimmend. Auf der Basis von moränen Inseln und Plateauresten bei der Siedlung Rybatschi bestand schon in der Mitte des mittleren Holozäns die kurische Nehrung. Das limnische Meeresstadium (subboreale Periode) ist durch Richtungsänderung epirogenetischer Bewegungen gekennzeichnet. Das Delta und Haffgebiet sanken. Diese Tendenz, die durch einen eusstatisch-tektonischen Anlass hervorgerufen wurde, blieb auch während der ersten baltischen Transgression erhalten.

Die Zeit zwischen der ersten und zweiten baltischen Transgression wird durch eine differenzierte Hebungstendenz charakterisiert. Während der letzten fünf Jahrhunderte hat sich diese Differenz vergrößert: der südliche und besonders der südwestliche Haffteil, der Bereich der Memel-Meeresenge, sanken, und der mittlere Haffteil mit Kurischer Nehrung und der Bereich des Avantdeltas hoben sich. Die im letzten Jahrtausend entstandene Meeresenge von Memel rückte an die Stelle der früheren, die am Pferdehaken existierte. In der Haffsedimentation überwiegt die Allochthonkomponente die autochthone beträchtlich. Im Verfall begriffene nordwestliche und südliche moräne Küsten und moräne Unterseehügel - Riffe mit kiesigen Fazies, verwandeln sich in einen breiten sandigen Streifen und umrahmen das Haff. Schlamm konzentriert sich im großen Areal des südlichen Haffteils. Als Pufferfazies treten sandiger Schlamm und schlammiger Sand im mittleren und nördlichen Teil des Haffs auf. Autochthone Ablagerungen (Detritus, Muschelkalk) werden häufiger im südlichen Haffbereich gefunden. Muschelkalk konzentriert sich um die Sandbänke. Der gesamte Karbonatgehalt der Sedimente ist gering. 98 Prozent des Einzugsgebiets vom kurischen Haff bildet das Zuflussgebiet des Nemunas. Diesem ist eine intensive Oberflächenerosion eigen (1965 bildete der Erosionsboden etwa fünf Prozent des gesamten Gebietes).

Mittlere Fraktionen der Erosionsprodukte wurden in der Zeit der Frühjahrshochflut in den Flusstälern und im Delta abgelagert. Nach der Errichtung der Polder konnte der abgedeichte Strom dieses Geschiebe direkt in das Avantdelta und das Haff transportieren. In landschaftlicher Hinsicht teilt man das Haff in drei Bereiche: den nördlichen, mittleren und südlichen.

Weiterhin ist für die Reliefbildung der Verlauf der tektonischen Hebungen und Senkungen im Atlantikum, Subboreal und Subatlantikum interessant. Diese Zeiten sind durch sich ausgleichende Hebungen und Senkungen bis maximal acht Meter gekennzeichnet. Geologisch ältere Zeiten verzeichnen eine Hebung von insgesamt 70 Meter.

Die Oberflächenformen der Kurischen Nehrung

Anhand des Höhenmodells der Kurischen Nehrung kann man das Relief der Kurischen Nehrung sehr gut erkennen. Im Westen im Küstenbereich liegt der Strand mit der anschließenden Vordüne. Die Vordüne erhebt sich bis ca. zehn Meter über den Meeresspiegel. Nach der Vordüne folgt ein flacher Abfall zur Palve hin. Die Palve selbst stellt ein flaches Relief dar und liegt in einer Höhe von meist drei bis sieben Metern. Im Süden des Untersuchungsgebiets liegt die Palve teilweise unter drei Metern, was in weiterer Folge für den Grundwasserflurabstand wichtig ist. An die Palve anschließend folgt die Düne. Die Düne erreicht im Bereich von Nidden unterschiedliche Höhen, je nachdem ob die Waldvegetation gerodet wurde oder nicht. In Bereichen, wo im 18. Jahrhundert gerodet wurde, setzte starke Dünenbildung ein. Teilweise wurden noch bestehende Wälder und Fischerdörfer besonders im Süden von Nidden verschüttet. Im südlichen Teil des Untersuchungsgebiets befindet sich noch heute eine unbewaldete Düne. Sie erreicht fast 73 Meter Seehöhe. Die Form dieser unbewachsenen Dünen besteht aus einem flachen Anstieg (vier bis zwölf Grad) von der Palve (= Wanderbahn der Düne). An der Ostseite fällt die Düne relativ steil ab (30-35°). Bei Nidden erkennt man die ursprüngliche Form der bewachsenen Dünen mit einer maximalen Höhe von 20-30 Metern. In diesem Bereich wurde im 18. Jahrhundert nicht gerodet.

Küstenmorphologische Charaktere an der Küste der Kurischen Nehrung

Verursacht durch Materialtransport, Abtragung und Akkumulation äolischer und mariner Art, befindet sich der schmale Landstreifen der Kurischen Nehrung dauernd in Bewegung. Der Nachweis dafür wurde durch archäologische Grabungen erbracht. Die Versetzung der Küstenlinie meerseitig sowie haffseitig erfolgt je nach Bodenbefestigung mehr oder weniger schnell nach Osten. Entlang der Kurischen Nehrung ist der Strand relativ flach. Die Zehn-Meter-Linie liegt hier etwa einen Kilometervor der Küste. Die hier liegende Längsküstenströmung bildet eine Unterwasserrinne mit gut ausgebildeten zwei bis drei Sandbarren im Bereich von Nidden. Wie erwähnt ist die Küste durch hydrodynamische Prozesse geprägt, vor allem durch die Längsküstenströmung. Das war mit der Erosion der Moränen Kaps (Samland-Halbinsel) und mit der Ablagerung des Materials entlang der heutigen Nehrung verbunden. Es fand ein intensiver Längs- und Querküstensedimenttransport mit einer Depris-Sortierung statt. Während des Atlantic prägten vorherrschende Südwestwinde und daraus resultierender Sedimenttransport aus dem Süden die heutige Form der Kurischen Nehrung. Das ist nicht nur aus der länglichen Form der Kurischen Nehrung sondern auch aus der Komposition der Sedimente zu schließen (Glauconite, Phosphorite). Diese Sedimente sind in der maximalen Menge, wie sie in der Atlantic-Periode zu finden waren, vorhanden. Sie wurden aus paleogenetischen Schichten der Sambian-Halbinsel herausgewaschen. Küstenabschnitte, an denen abgetragen wird und Küstenabschnitte, an denen abgelagert wird, wechseln sich ab. Das Gesamtvolumen des Sedimentflusses bewegt sich zwischen 300.000 und 1.000.000 Kubikmetern pro Jahr. Hauptquelle des Sedimentflusses stellt die Küstenerosion dar. Am intensivsten ist die Küstenerosion während Unwettern im Bereich der Sambian-Halbinsel in einer Tiefe von fünf bis sechs Metern. Hier liegt die 10-m-Linie nur fünf bis sieben Meter vor der Küste. Die Küstenzonen des Längsküstensedimentflusses kann daher unterschieden werden in:

  • Erosionszone (ER)
  • Transitzone (TR)
  • Ablagerungszone (AL)

Die Erosionszone ist also gekennzeichnet von einer negativen Sedimentbilanz, daher sind die Strände schwach entwickelt und schmal. Die Debris ist rauh (schlecht sortierte Sedimente am Strand). Die Erosionszone erstreckt sich über den gesamten Bereich der Samland-Halbinsel und den unteren Teil der Kurischen Nehrung.

Die Transitzone hat eine ausgeglichene Sedimentbilanz. Die Sedimente sind an der Küstenbahn gut sortiert. Die Strände sind relativ stabil und breit (35-75 Meter) Die Underwaterslope wird küstennah komplementiert durch eine Serie von Sandbarren (drei bis vier). Diese Transitzone liegt auf der Kurischen Nehrung zwischen Rossitten und Schwarzort.

In der Ablagerungszone liegt positive Sedimentsbilanz vor. Der Strand ist hier zwischen 75 und 100 Meter breit. Diese Zone ist durch ein gut eolisch geformtes Relief geprägt. Eine reduzierte granulometrische Form ist gegeben. Die Menge des Sedimentflusses wird auch von künstlichen Hindernissen beeinflusst. Daher können künstliche Hindernisse auch störend wirken und werden auf der Kurischen Nehrung vermieden.

Generell nimmt der Sedimentfluss gegen Norden bis Memel an Menge zu:

Ortschaften

Auf der Kurischen Nehrung gibt es folgende Dörfer:

Von Litauen besetzter Teil

Die meisten litauischen Ortschaften sind verwaltungstechnisch zur Gemeinde Nehrung zusammengefasst worden.

  1. Sandkrug, Kilometer 51/0 (Stadtteil von Memel)
  2. Erlenhain, Kilometer 43,0/8.0
  3. Schwarzort, Kilometer 31,3/19,7
  4. Perwelk, Kilometer 18,0/33,0
  5. Preil, Kilometer 12,7/38,3
  6. Nidden, Kilometer 3,7/47,3

Von Russland besetzter Teil

  1. Pillkoppen, Kilometer 44,3
  2. Rossitten, Kilometer 34
  3. Sarkau, Kilometer 10,8

Tourismus

Dünen nähern sich Perwelk

Litauischer Teil

Vor allem der litauische Teil der Nehrung ist ein beliebtes Reiseziel nicht nur für Einheimische, sondern auch für deutsche Urlauber und zunehmend für finanzstarke Urlauber aus der ehemaligen Sowjetunion sowie Exil-Litauer aus aller Welt, die ihr Heimatland besuchen (die letzten beiden Gruppen gewinnen zunehmend an Bedeutung). Mittelpunkt des Fremdenverkehrs ist die Ortschaft Nidden, wo sich Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und Gastronomie befinden.

Russischer Teil

Der russische Teil der Nehrung ist touristisch wenig erschlossen. Die wenigen Urlauber auf dieser Nehrungsseite kommen meistens aus Russland und Weißrussland. Viele russischen Königsberger haben Wochenendhäuschen, die sie recht günstig vermieten. Es gibt zwei Ferienlager für Kinder und Jugendliche. In Cranz gibt es ein recht modernes Hotel. In letzter Zeit hat in den russischen Nehrungsdörfern eine rege Bautätigkeit eingesetzt, da sich viele reiche Russen Ferienhäuser in dieser Gegend errichten.

Sehenswürdigkeiten

Litauischer Teil

Auf der Kurischen Nehrung gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Hier sind einige:

Thomas-Mann-Haus in Nidden
  • Thomas-Mann-Kulturzentrum in Nidden. Jährlich findet in Nida auch das Thomas-Mann-Festival mit Lesungen, Diskussionen und Konzerten statt.
  • Ludwig-Rhesa-Denkmäler in Schwarzort und bei Perwelk
  • Hexenberg in Schwarzort mit Holzskulpturen
  • Ethnografischer Friedhof mit Grabdenkmälern und Kurenkreuzen in Nidden
  • Das Atelier des bekannten litauischen Künstlers Eduardas Jonusas in Nidden
  • Ethnografisches Fischer-Museum in Sandkrug
  • Delfinarium und Meeresmuseum in Sandkrug
  • Lutherische Kirchen in Nidden und Schwarzort.
  • Tote Dünen zwischen Schwarzort und Perwelk.
  • Tal der Stille.
  • Tal des Todes, erhielt seinen Namen aufgrund der französischen Kriegsgefangenen, die hier bei einem Lagerbau in den Jahren 1870-1872 aufgrund schlechter Bedingungen gestorben sind.
  • Parniddener Düne mit Sonnenuhr-Kalender in Nida, auch bekannt als die Hohe Düne
  • Bernsteinmuseum in Nidden und der ehemalige Bernsteinhafen in Schwarzort
  • Graureiher- und Kormoranenkolonie bei Schwarzort
  • Negelsches Naturreservat, Dünen nördlich Perwelk über dem ehemaligem Dorf Negeln.

Russischer Teil

  • Nördliches Dünengebiet, ab Kilometer 45,8, teilweise nahe der Demarkationslinie, hier Betreten verboten
  • Epha-Düne, Kilometer 43 bis 44
  • Aussichtspunkt Dünengebiet, Kilometer 42.2, Halteplatz, dann 500 m Fußweg
  • Mittleres Dünengebiet, Kilometer 38.0 bis 42.5
  • Vogelwarte in Rossitten, Kilometer 34), die älteste Vogelwarte Deutschlands und der Welt
  • Alter Friedhof, Kilometer 32,1 (Meerseite), Grabmäler des Ornithologen Johannes Thienemann und des Düneninspektors Franz Epha
  • Bruchberge Müllers Höhe, Kilometer 32.1 (Meereseite), Parkplatz und kleiner ausgewiesener Wanderweg, höchste Erhebung (43 Meter)
  • Vogelwarte Buchfink, Kilometer 23 (Haffseite), Gruppenführungen, Informationstafeln, große Reusennetze (Außenstelle von Rossitten)
  • Südliches Dünengebiet, Kilometer 19.3 bis 30.5 (Haffseite)
  • Nehrungsmuseum, Kilometer 15 (Haffseite), nördlich von Sarkau (Mittwoch bis Sonntag, 11-17 Uhr)
Panorama der Hohen Düne bei Nidden

Verkehr

Litauische Seite

  • Von der litauischen Seite kann man die Kurische Nehrung nur durch eine der beiden Fährverbindungen von Memel erreichen. Es gibt die 'kleine' Fähre, die in der Hochsaison nur für Fußgänger bestimmt ist, und die 'große' Fähre (nur für Autos).
  • Außerdem gibt es ein kleines Personenschiff, das von Heydekrug nach Nidden fährt.
  • Zusätzlich gibt es einen Linienbus, der die Strecke Nidden-Kauen befährt.
  • Nördlich von Memel, in Polangen, gibt es einen kleinen internationalen Flughafen. Bis 2005 gab es täglich eine Verbindung zwischen Hamburg und Polangen, die von Air Lithuania betrieben wurde. Air Lithuania meldete im November 2005 Insolvenz an. Es gibt Verbindungen nach Frankfurt am Main, Berlin, Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Malmö etc.
  • Es gibt zwei Fährverbindungen zwischen Deutschland und Litauen, Kiel-Memel und Sassnitz-Memel. Beide werden von DFDS LISCO betrieben.
  • Die litauische Seite steht, genauso wie die russische, unter Naturschutz. Personen müssen eine geringe Gebühr zahlen. Für Autos muss eine extra Gebühr entrichtet werden. PKW ca. 5 €; Bus (bis 30 Plätze) ca. 16 €; Bus (über 30 Plätze) ca. 23 €; Wohnmobil ca. 35 €; Motorrad ca. 2 € (Genauere Infos vor Ort)

Russische Seite

  • Die russische Seite der Nehrung steht unter Naturschutz. Besucher können gegen Zahlung einer Gebühr von rund 20 € pro Auto mit Fahrer und 5 € für jeden weiteren Insassen eine einmalige Einfahrgenehmigung in das Naturschutzgebiet erwerben. Der Kontrollpunkt des Nationalparks befindet sich bei Kilometer 3.8. Hier ist keine Bushaltestelle. Die Anfahrt zur Nehrung erfolgt über Cranz am Südende der Nehrung. Dort und nördlich von Rosssitten gibt es Tankstellen.
  • Zwischen Königsberg und der Kurischen Nehrung verkehren täglich mehrere Busse, die an den Ortschaften der Nehrung halten und sehr kostengünstig sind. Eine direkte Verbindung ist der Linienbus Königsberg-Memel. Darüber hinaus kann man mit Umsteigen in Cranz auf die Nehrung gelangen. Die Fahrt von Königsberg bis Rossitten dauert etwa zwei Stunden.
  • Direkt südlich der Nehrung befindet sich der internationale Flughafen Königsberg-Powunden.

Verbindung zwischen beiden Seiten

  • Zwischen dem litauischen und dem russischen Teil der Nehrung existiert ein Straßen-Grenzübergang, der zweimal am Tag in beiden Richtungen von russischen Linienbussen zwischen Königsberg und Memel (Libau) überquert wird.

Weblinks

Literatur

  • Ludwig Passarge: Die kurische Nehrung. Lang, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-631-50353-9
  • Henning Sietz: Kurische Nehrung – Ein illustriertes Reisehandbuch. Edition Temmen, Bremen 2007, ISBN 978-3-86108-413-6 (Reiseführer)
  • Antanas Sutkus u.a.: Schöne kurische Nehrung. Perle des Ostens. Rautenberg-Verlag, Leer 2002, ISBN 3-8003-3039-3
  • Johannes Thienemann: Rossitten. Drei Jahrzehnte auf der Kurischen Nehrung. Aula-Verlag, Wiesbaden 1996, ISBN 3-89104-591-3 (Repr. d. Ausg. Melsungen 1931)
  • Johannes Thienemann: Vom Vogelzuge in Rossitten. Aula-Verlag, Wiesbaden 1996, ISBN 3-89104-592-1 (Repr. d. Ausg. Melsungen 1931)


Herkunft