Löwenburg
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Die Löwenburg ist die Burgruine einer mittelalterlichen Höhenburg auf dem gleichnamigen Berg im Siebengebirge und gehört zum Stadtgebiet von Bad Honnef im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.
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Lage
Die Ruine liegt östlich des Drachenfelses, südlich des Lohrberges. Der Berggipfel, des aus dem Oligozän stammenden Berg Löwenburg, liegt 455 Meter über dem Meeresspiegel.
Die Löwenburg bietet von der begehbaren Ruine mit den Ausgrabungen und den Resten des Bergfriedes eine wunderbare Aussicht auf das Rheintal sowohl in Richtung Bonn als auch in Richtung Süden und die umliegenden Berge des Siebengebirges. Eine Aufstiegsmöglichkeit beginnt auf der Margarethenhöhe bei Ittenbach und führt am Restaurant Löwenburger Hof (Höhe 345 m ü. NN) vorbei. Anders als der Drachenfels, auf den eine Zahnradbahn führt, muss der Aufstieg zur Löwenburg erarbeitet werden. Dafür entschädigen einen aber die traumhafte Aussicht und das Fehlen der drachenfelstypischen Touristenmassen. Bekannt ist dort insbesondere der so genannte „Drei-Seen-Blick“, bei dem an drei Stellen zwischen den Bergen der Rhein erkennbar ist.
Am nördlichen Berghang liegt unterhalb der Löwenburg der Löwenburger Hof, der ehemalige Bau- und Viehhof der Burg. Er lebt heute zum Großteil von Touristen und Wanderern, die beim Auf- oder Abstieg an diesem Restaurant vorbeikommen. Direkt unterhalb der Ruine verläuft der neu angelegte Wanderweg Rheinsteig, der von Bonn bis Wiesbaden auf 320 km den Rhein begleitet. Er findet mit der Löwenburg seinen höchsten Punkt mit reizvollem Ausblick auf die Wanderstrecke.
Geschichte
Die Löwenburg wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Heinrich II., Graf von Sayn, der aus dem Westerwald vorgedrungen war, als Grenzfeste gegen die kurkölnischen Burgen Drachenfels und Wolkenburg errichtet. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals am 29. August 1247 als castrum Lewinberg bei der Aufteilung des Saynischen Erbes durch Gräfin Mechthild von Sayn, die sich dabei das Wohnrecht auf der Burg vorbehielt. Die Hauptburg, Vorburg und der nördliche Außenbering entstanden im 13. Jahrhundert. Durch die Erbfolge gelangte die Burg 1269 an die Neffen Mechthilds, eine Linie der Grafen von Sponheim-Heinsberg, die sich ab sofort als Herren von Löwenburg bezeichnete. Der Hauptort ihrer Herrschaft wurde Honnef.
Als Folge zahlreicher Besitzerwechsel fiel die Burg 1484 an das Herzogtum Jülich-Berg und bildete das Amt Löwenburg, welches bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts von der Burg aus verwaltet wurde.
Die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts ließen sie zur Ruine werden. Von da an ist die langgestreckte Höhenburganlage des 13. Jahrhunderts mit Hochburg, Zwinger und Vorburg immer stärker verfallen. Erhalten sind die Zisterne im Burghof und zwei Seitenmauern des ehemaligen Bergfrieds der Hochburg. Der Bergfried selbst wurde 1881 wegen Baufälligkeit abgetragen, nachdem zuvor eine Initiative zur Erhaltung und Sanierung der Ruine gescheitert war.
1861 übernahm ein Vorläufer des heutigen Staatlichen Forstamtes Siegburg, die Königlich Preußische Oberförsterei Siebengebirge, die Verwaltung des Ruinenstückes. Im Juli 1906 entstand am höchsten Punkt der Burg ein Aussichtsturm. Am 20. Januar 1923 wurde die Löwenburg bei der Unterschutzstellung des Siebengebirges per Polizeiverordnung zum Naturschutzgebiet erklärt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges errichtete man 1939 auf der oberen Burg für die Flugabwehr einen Beobachtungsstand. Bei den Kampfhandlungen zur Rheinüberquerung der amerikanischen Truppen geriet die Löwenburg unter schweren Beschuss, dem vermutlich auch der 1906 errichtete Aussichtsturm nicht standhielt.
Mit Auflösung des Staates Preußen wurde die Löwenburg 1947 forstfiskalischer Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen. 1951 präsentierte sich die Burgruine weitgehend verfallen und überwuchert, der Aufstieg zum Gipfel über die meisten Fußwege als stark erschwert. Um den stark verringerten touristischen Wert der Löwenburg wieder zu erhöhen, plante der Verschönerungsverein für das Siebengebirge 1951, die Straße von der Schmelztalstraße über das Einsiedeltal zur Burgruine für den Kraftfahrzeugverkehr freizugeben.
Von 1979 bis 1985 nahm die Landesforstverwaltung unter Mitwirkung des Staatshochbauamtes Bonn umfangreiche Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten vor. Dabei wurden die noch vorhandenen Grundmauern der Burganlage freigelegt und gesichert. Mehrere Tafeln zeigen das ursprüngliche Aussehen der Burg. Das Rheinische Landesmuseum begleitete die Ausgrabungen.
Gedichte über die Löwenburg
Über die Löwenburg wurden mehrere Gedichte verfasst, unter anderem von Emil Ritterhaus, Karl Simrock und Wolfgang Müller von Königswinter.
„Auf der Löwenburg“
„Es nimmt zuvor mich die Einsamkeit
Der hochgewölbten Buchenhallen
Mit ihren Bogen, schlank und hoch und weit,
Drei goldig grün der Sonne Lichter fallen.
Es ist die Löwenburg, die ich erstieg,
Die stehts das liebste Ziel von meinen Gängen.
Ob allen Bergen feiert sie den Sieg
Mit Wäldern, Wiesenplätzen, Felsenhängen.
Auf dem gebrochnen Thurme der sie schmückt
Hoch über Buchenwipfeln, Vogelsängen,
Setz ich mich hin, im tiefsten Geist entzückt.
Tief unter mir des Laubwerks grüne Wogen,
Und Tal und Ebnen, fruchtbar, reich, beglückt;
Doch über mir von Adlern nur umflogen!
Zum Berggipfel bin ich jüngst gegangen
Und habe drauf den alten Turm erklommen,
Hinaus ins Land zu sehn, war mein Verlangen,
Doch alles war im Nebel rings verschwommen.
Der Insel gleich, sah aus dem grünen Meere
Des mächtigen Berges Kron' ich grünend ragen,
Es brachen sich im Wald der Wolken Heere
Gleich wie im Uferschild die Wellen schlagen.“
Wolfgang Müller von Königswinter
Gedicht von Emil Ritterhaus
„Der Berge sieben heben sich
empor am Niederrheine.
Es winden grüne Reben sich
um graue Felsgesteine …
Wer mag von euch der schönste sein,
ihr mächtigen Gesellen?
Hell spiegelt sich der Drachenstein
in silberhellen Wellen.
Sankt Peter liebt's in Frömmigkeit
mit Glockenhaut zu reden.
Wem wird denn wohl der Kranz geweiht?
Fürwahr ein Kranz für Jeden.
Doch wenn ihr nach der Größe fragt,
aus stolzen Buchenhallen
die Felsenhäupter überragt
die Löwenburg vor allen!“
Emil Ritterhaus (1834–1897)
Gedicht von Adrian Johannes dem Holden
Zu leuchtender Stund der Frühjahrswonn
eines Trosses aus wackren Knaben
klommen hoch aus schönem Bonn
um sich des Gipfel klarer Sicht zu laben
Sie trugen schwer an Bräues Last
doch unverzagt des Durstes Drang
gingen sie mit milder Hast
hinauf den steinigen Hang
Angekommen an des Gipfels Zinne
genossen Aussicht und des Lastes Trank
der Heimweg durch des Regens Zank
am Fuße des Berges zerinne
Löwenburg Trophy
Seit einigen Jahren ist die Löwenburg der Austragungsort für die beliebte „Löwenburg Trophy“, einem sportlichem Wettbewerb, deren Ziel die schnellstmögliche Besteigung des Berges unter Erschwerung durch ethyltoxische Alteration ist. Der traditionelle Austragungstermin dieses regionalen Ereignisses ist das Frühjahr (Mai). Der Versammlungspunkt ist die linksrheinische Anlegestelle der Fähre zu Königswinter.
Literatur
- Werber, K. G.
- Die Löwenburg in Sage und Dichtung. Bad Honnef (Deutschland) 1986.
- Klöhs, K. J.
- Kaiserwetter am Siebengebirge. Königswinter (Deutschland) 2003, ISBN 3-00-012113-7.
- Thon, A. & Czerwinski, M.
- Die schönsten Burgen Deutschlands – Mittelrheintal von Rüdesheim bis Bonn (CD-Rom). Superior, Kaiserslautern (Deutschland) 2003, ISBN 3-936-21608-8.
- Bier, W. & Osterbrink, W. (Hrsg.)
- Die Löwenburg. edition Wolkenburg, Rheinbreitbach (Deutschland) 2004, ISBN 3-934676-16-2.
Weblinks
- Website des am Nordhang gelegenen Hotels Löwenburger Hof
- Romanzitat mit Bezug auf ein Volkslied über die Löwenburg
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Löwenburg" http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenburg_%28Siebengebirge%29, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

