Laacher See
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Der Laacher See im Landkreis Ahrweiler ist der Calderasee des zurzeit leicht aktiven Laacher Vulkans und der größte See in Rheinland-Pfalz.
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Etymologie
Das Wort Laach, verwandt mit unserem heutigen Wort Lache, entstammt dem althochdeutschen lacha (aus latein. lacus), das später zu laach wurde und See bedeutet. Der Laacher See ist also der See vom See.
Merkmale
Der ovale See ist mit rund 3,3 km² der größte See in Rheinland-Pfalz und befindet sich in der Vordereifel (Osteifelvulkangebiet) in der Nähe der Städte Andernach (14 km), Koblenz (33 km) und Mayen (11 km) nördlich von Mendig (Autobahnausfahrt der A 61, 3 km).
Der See ist vollständig von einem durchschnittlich 125 m hohen Wall umgeben und weist eine Tiefe von 53 m auf. Er wird hauptsächlich von Grundwasser gespeist und besitzt keinen natürlichen Abfluss. Die sich heute in 275 m ü. NN befindende Wasseroberfläche schwankte früher um 15 m, was Landwirtschaft schwierig machte. Im Mittelalter wurde 1164 der 880 m lange Fulbert-Stollen Richtung Süden als Überlauf gebaut, um das Kloster vor den Hochwassern zu schützen. Zwischen 1840 und 1845 bauten die Familien Delius und von Ammon (damalige Eigentümer des säkularisierten Klostergutes und Sees) einen ca. 10 m tiefer liegenden parallelen Stollen zum Absenken des Wasserspiegels auf das heutige Niveau, um Land- und Weideflächen zu gewinnen. Der See verlor durch beide Abzugsstollen etwa ein Drittel seiner Wasserfläche.
Bei Meyers finden sich noch die Angaben: Der See liegt 281 m. ü. NN, ist 1964 m lang, 1186 m breit, 57 m tief. Das Wasser ist hellbläulich, sehr kalt, widerlich von Geschmack und wirft, vom Wind bewegt, einen Sand aus, der vom Magnet angezogen wird.
Auf dem Seegrund im Westteil befindet sich seit dem 29. August 1942 noch das Flugzeugwrack eines britischen viermotorigen Halifax-Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg und nahe dem Bootsverleih in Ufernähe eventuell noch ein weiteres Flugzeugwrack. Bis in die ersten Nachkriegsjahre war es noch zu sehen, bis es weiter in die Tiefe abrutschte. Die Abtei ließ am 27. April 2007 verlauten, dass bis auf weiteres wegen Explosionsgefahr etwaiger Bomben mit Langzeitzündern seitens der Verbandsgemeinde Brohltal, Niederzissen, mit Verfügung vom 30. März 2007 keine Genehmigung für Tauchen, Bootsverkehr, Schwimmen sowie Hobbyangeln für dieses Gebiet erteilt wird.
Geologie und vulkanische Aktivitäten
Obwohl der Laacher See weithin als das größte Eifelmaar gilt, ist er wissenschaftlich gesehen kein Maar und auch kein echter Kratersee, sondern eine wassergefüllte Caldera - ein Einbruchkrater, der nach Entleeren der Magmakammer unterhalb des Vulkankegels durch einen Einsturz entstanden ist. Dabei fällt der Vulkanberg in sich zusammen, und nur der Ringwulst am äußeren Rand bleibt zurück. Im Laufe der Zeit füllt sich der zurückbleibende Kessel mit Wasser. Der Laacher See ist in der Eifel, neben dem benachbarten Wehrer-Kessel, die größte Caldera und die einzige wassergefüllte in Zentraleuropa.
Um 10.930 v. Chr. erfolgte der letzte Ausbruch dieses Vulkans. Bei der phreatomagmatischen Eruption wurden riesige Mengen Bimsstein ausgeschleudert (8 km³ Stammmagmavolumen entsprechen ca. 20 km³ Bimsvolumen, mehr als die Auswurfmassen aller 350 Vulkane von West- und Osteifel zusammen, das Doppelte des Pinatubo 1991), der die Gegend bis ins Rheintal bis zu sieben Meter dick bedeckte. Die Ablagerungen der Explosion sind noch bis nach Schweden als schmaler Bimshorizont in quartären Sedimenten zu finden und dienen Geowissenschaftlern zur Datierung.
Das Ausmaß der damaligen Explosion wird inzwischen auf die 250-fache Stärke vom Ausbruch des Mount St. Helens 1980 geschätzt, was einem Wert von 6 auf der von 0 bis 8 reichenden Skala des VEI entspricht, oder 500 Hiroshima-Bomben. Somit ist der Ausbruch energetisch mit dem Fünffachen des Pinatubo aus dem Jahr 1991 vergleichbar. Das Auswurfmaterial verstopfte die Talenge des Rheins (Andernacher Pforte). Der hierdurch aufgestaute See erstreckte sich über das Neuwieder Becken bis Koblenz.
Aufsteigendes Kohlendioxid in der südöstlichen Uferzone des Sees (sogenannte Mofetten) zeigt auch heute noch die vulkanische Aktivität der Region (Vulkanpark). Die Gasmenge hat sich seit Anfang 2007 mehr als vervierfacht. Für Vulkanologen und Gelogen ist dies ein Warnsignal - zur Zeit bestehe zwar keine akute Gefahr, jedoch werde in Deutschland die Gefahr eines Ausbruchs weit unterschätzt: „Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es irgendwann wieder zu einer Eruption des Laacher Sees kommen“, so die Vulkanologen und Geologen. Dies zeigt auch das Beispiel des Pinatubo auf den Philippinen, der nach 611-jährigen Ruhezeit wieder ausbrach, als jeder geglaubt hatte, er sei erloschen. Seine Eruption am 12. Juni 1991 zählt zu den gewaltigsten des 20. Jahrhunderts.
Einen Ausbruch des Laacher Sees aber wie den vor 12.900 Jahren, so sind sich die Forscher einig, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr geben.
Naturschutzgebiet
Der See und seine Umgebung wurden am 26. Juni 1935 zum Naturschutzgebiet Laacher See erklärt - wegen der geologischen und morphologischen Beschaffenheit (einzigartiges Beispiel für postglazialen Vulkanismus in der Eifel), aus naturgeschichtlichen Gründen, als Lebensraum seltener in ihrem Bestand bedrohter Pflanzen- und Vogelarten sowie wegen seiner besonderen landschaftlichen Schönheit und Eigenart.
Wirtschaft und Tourismus
Der Laacher See gehört zu den Besitztümern der nahe gelegenen Benediktinerabtei Maria Laach, ebenso wie die umliegenden Ländereien, ein Fischereibetrieb und das Seehotel Maria Laach. Er wird als Naherholungsgebiet zum Schwimmen, Segeln, Wandern und Campen genutzt. Der Segelclub „Laacher See“ Mayen (SCLM) und der Surf-Club Laacher See e. V. haben sich den See selbst, die Laufgemeinschaft Laacher See dessen Ufer und nähere Umgebung als Revier auserkoren. Am See liegen auch der Campingplatz „Laacher See“ und ein Mingolfplatz. Unweit befindet sich auch das Naturkundemuseum „St. Winfried“ Maria Laach; einen Besuch wert ist auch das ganz in der Nähe gelegene Deutsche Vulkanmuseum in Mendig und der Vulkanpark mit mehr als zwanzig Sehenswürdigkeiten.
Quellen
Literatur
- D´hein, W. P.
- Vulkanland Eifel. Natur- und Kulturführer, mit 26 Stationen der "Deutschen Vulkanstraße". Gaasterland Verlag, Düsseldorf (Deutschland) 2006; ISBN 3-935873-15-8, ISBN 978-3-935873-15-4
- Meyer, W.
- Geologie der Eifel. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, 3. erg. Aufl. Stuttgart (Deutschland) 1998, ISBN 978-3-510-65161-0
Siehe auch
Weblinks
- Lava-dome.de: Die Entstehung des Laacher Sees
- Geomontanus.com: Der Laacher See
- Vulkanpark.com: Der Laacher-See-Ausbruch
- Der Vulkanweg entlang des Laacher Sees
- Zeitungsbericht von 2007 über das Flugzeugwrack aus dem zweiten Weltkrieg
Herkunft
- Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Laacher See" http://de.wikipedia.org/wiki/Laacher_See, unter der GNU Free Documentation License in der deutschen Version. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

