Malmünde

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Die Kathedrale von 1784
Die Kathedrale von 1784

Malmünde ist eine Stadt in Belgien in der Provinz Lüttich. Sie ist namensgebend für den Kanton Malmünde.

Malmünde hat 11.650 Einwohner (2005), eine Fläche von 100,62 km² und besteht aus den Ortsteilen Bellevaux-Engelsdorf und Bévercé. Malmünde ist ebenfalls Sitz des Bezirkskommissariats.

Contents

Geschichtliches

Allgemeines

Die Gründung der Stadt geht auf den Heiligen Remaklus zurück, der hier im Jahre 648 eine Abtei, das Kloster Malmünde gründete.

Malmünde gehörte von 1815 bis 1920 zu Preußen, kam dann 1920 zusammen mit Eupen und Sankt Vith zu Belgien (siehe Ostbelgien).

Die Sprache der Bevölkerungsmehrheit war auch schon zu preußischer Zeit überwiegend Wallonisch, eine romanische Sprache, die mehr und mehr vom Französischen verdrängt wird. Malmünde war seit dem 18. Jhdt. ein Zentrum der Papier- und Lederindustrie.

Kriegsvorkommnisse 1944–1945

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt, trotz der Stationierung amerikanischer Soldaten, drei Mal durch alliierte Bomber angegriffen und größtenteils in Trümmer gelegt.

Im Vorort Baugnez wurden zu Beginn der Ardennen-Offensive 1944 72 amerikanische Kriegsgefangene durch Angehörige der Waffen-SS getötet (Malmünde-Massaker).

Sehenswürdigkeiten

Obelisk auf dem Marktplatz
Obelisk auf dem Marktplatz
Innenstadt mit Blick auf das Cavenshaus
Innenstadt mit Blick auf das Cavenshaus
  • Kathedrale Saints-Pierre, Paul et Quirin: am Place du Châtelet, 1775-1784 als Abteikirche erbaut, Pfarrkirche seit 1819 und 1921 zur Kathedrale erhoben (siehe Bistum Eupen-Malmünde), schlichte Inneneinrichtung aus dem 18. Jahrhundert
  • Der 1728 auf Initiative des Kapuzinerpaters Albert von Dinant angelegte Kreuzweg von der Kathedrale auf den Kalvarienberg. Er führt über 13 Stationen zu einer Kapelle mit hexagonalem Grundriß, die den Heiligen Agathe und Appoline geweiht ist. Die derzeitigen Reliefs (seit 1913) wurden von dem Bildhauer Carl Burger geschaffen.
  • Die alte Innenstadt
  • Das Kloster von 1708
  • Die Auferstehungskapelle: am Neubrückenplatz, erbaut 1755-1757, Renaissance-Stil
  • Die Kapuzinerkirche: südlich der Kathedrale in der Kapuzinergasse, 1626 fertiggestellt und 1631 eingeweiht, Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert
  • Die Krankenkapelle: eingeweiht 1188, 1544 wiedererrichtet und eingesegnet
  • Das Cavenshaus: 1714–1724 erbaut vom Aachener Baumeister Laurenz Mefferdatis
  • Das Rathaus: liegt südlich unweit der Kathedrale und wurde 1900 von Jules Steinbach erbaut, 1904 gelangte es durch Schenkung in den Besitz der Stadt Malmedy
  • Villa Lang: liegt gegenüber dem Rathaus und wurde 1901 erbaut, Jules Steinbach ließ sie für seine Tochter Juliette errichten, der Name geht auf den Ehemann Juliettes, den Lederfabrikanten Hubert Lang zurück
  • Villa Steisel: befindet sich hinter der Villa Lang und wurde 1897 erbaut (ebenfalls von Jules Steinbach für seine Tochter Laure), Laure heiratete Louis Steisel, den Gründer der Papierfabrik, daher der Name der Villa, die auch Fliedervilla genannt wurde
  • Der Sitz der Baltia-Regierung
  • Der Naturpark Hohes Venn
  • Der Obelisk auf dem Marktplatz: vom Fürstabt von Stablo-Malmünde, Jacques de Hubin, 1781 errichtet
  • Die benachbarte Formel-1-Rennstrecke Spa - Francorchamps.

Malmünder Sprichwörter

  • "Die Krankheit des einen heilt nicht die des anderen."
  • "Eine gute Mahlzeit lässt die schlechten vergessen."
  • "Man kann keinen Teufel kämmen, der keine Haare hat."
  • "Nicht alle Tiere fressen Heu."
  • "Vor leeren Trögen zanken sich die Schweine."
  • "Was mit der Flöte kommt, geht wieder mit der Trommel davon."
  • "Will man einen Hund schlagen, findet man immer einen Stock."
  • "Wölfe fressen sich nicht gegenseitig."

Städtepartnerschaften

Ehrenbürger

Raymond Micha war Ehrenbürger von Malmünde und Stablo.

Literatur

Autorenteam.
Belgien. Verlag Karl Baedeker GmbH, Ostfildern (Deutschland) 2004, 303-304, ISBN 3-87504-417-7
Thomas, M. & Neumann-Adrian, M.
Belgien - Luxemburg. Verlag C. J. Bucher GmbH, München (Deutschland) 1996, ISBN 3-7658-1097-5
Tiburzy, R.
Belgien - Brüssel, Flandern und die Wallonie. Verlag DuMont, Köln (Deutschland) 2004, ISBN 3-7701-6097-5

Weblinks


Herkunft

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