Sankt Vith

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Stadtansicht

Sankt Vith ist eine Stadtgemeinde in Belgien im Osten der Provinz Lüttich und liegt im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Neben St. Vith gehören zur Großgemeinde die Dörfer und Weiler Alfersteg, Amelscheid, Andler, Atzerath, Breitfeld, Crombach, Eiterbach, Galhausen, Heuem, Hinderhausen, Hünningen, Lommersweiler, Neidingen, Neubrück, Neundorf, Niederemmels, Oberemmels, Recht, Rödgen, Rodt, Schlierbach, Schönberg, Setz, Steinebrück, Wallerode und Weppeler. Die Stadt hat 9.191 Einwohner (Dezember 2006) und bedeckt eine Fläche von 146,92 km².

Contents

Geschichte

Der Ursprung von St. Vith ist nicht geklärt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1130/31 als Kirchenstandort.

1815 wurde St. Vith dem Regierungsbezirk Aachen in der preußischen Rheinprovinz angegliedert. Bis Ende 1820 war St. Vith Kreisstadt und gehörte bis 1920 dem Kreis Malmünde an.

1887 wurde die Stadt an die Vennbahn von Aachen über St. Vith nach Ulflingen in Luxemburg angeschlossen. Nur ein Jahr später kam die Verbindung zur Westeifelbahn nach Gerolstein hinzu und es entwickelte sich ein bedeutenden wirtschaftliches Zentrum. Spätestens 1917, bei Herstellung der Verbindung an die Bahnstrecke Libramont–Bastnach–Geylich wurde St. Vith zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten mit wichtiger Reparaturwerkstatt der deutschen und später belgischen Eisenbahnen. Weitere Haltepunkte befanden sich in Neidingen, Crombach, Lommersweiler und Steinebrück. In der Blütezeit wurden täglich 30 Personen- und 80 Güterzüge abgefertigt und 1.200 Personen waren im Bahnbetrieb beschäftigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden mit dem Versailler Vertrag die Kreise Eupen und Malmünde dem Königreich Belgien zugeschlagen. Eine Volksbefragung, bei der die Einwohner 1920 für den Verbleib bei Deutschland stimmten, wurde zu Gunsten Belgiens verfälscht und nach einer fünfjährigen Übergangsphase erfolgte 1925 die endgültige Eingliederung.

Der Zweite Weltkrieg begann für St. Vith am 10. Mai 1940, als die deutschen Truppen einmarschierten und die heutigen Ostkantone vom Deutschen Reich befreit wurden. Die ersten Kriegshandlungen in St. Vith fanden am 9. August 1944 statt, wobei die Kirche und der Bahnhof von Bomben zerstört wurden. Am 3. September wurde die Stadt evakuiert und Mitte September folgte die Besetzung durch die Amerikaner, die die Verwaltung in belgische Hände gaben. Die Ardennenoffensive begann am 16. Dezember u.a. mit dem Beschuss St. Viths. Nachdem die Angriffe anfangs noch abgewehrt werden konnten, zogen vor Weihnachten wieder deutsche Truppen ein. An den beiden Weihnachtstagen 1944 war der schwärzeste Tag in der Geschichte St. Viths, als alliierte Bomberverbände die Stadt in Schutt und Asche legten. Bei diesem Kriegsverbrechen starben 153 Einwohner sowie über 1.000 Soldaten und fast 600 Gebäude (über 90%) wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis in die 1960er Jahre.

Sehenswürdigkeiten

Im etwa zwei Kilometer südöstlich von St. Vith gelegenen Ort Wiesenbach befindet sich die im 9. Jahrhundert erbaute St.-Bartholomäus-Kapelle.

Der zur Großgemeinde gehörige Ort Recht wurde durch den Rechter Blaustein bekannt. Seit 2007 befindet sich dort ein Besucherbergwerk.

Wappen

Das 1925 verliehene Wappen entstammt der Herrschaft Valkenburg Faulquemont, einer Linie der Herzöge von Limburg und zeigt

einen doppelschwänzigen roten Löwen, blaugezungt und -bewehrt mit goldener Krone auf silbernem Schild. Der Löwe findet sich in stilisierter Form auch im Wappen der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Wappen von St. Vith
Limburger Löwe

Wirtschaft

Handel, Tourismus und die holzverarbeitende Industrie sind bedeutende Wirtschaftszweige der Stadt.

Verkehr

Westlich von St. Vith verläuft die A 27, an der die Gemeinde über die Anschlussstellen Recht (13), Sankt-Vith-Nord (14), Sankt-Vith-Süd (15) und Lommersweiler (16) angeschlossen ist. Außerdem befinden sich im Gemeindegebiet die Nationalstraßen N62, N626, N646, N659, N670, N675 und N695. Über einen Bahnanschluss verfügt St. Vith seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Persönlichkeiten

Weblinks


Herkunft